Medizin - Wissenswertes

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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Sa 11 Aug - 20:51

Demenz

Gegen das Vergessen

Von Katja Renner / Mit zunehmendem Alter werden immer mehr Menschen dement. Dennoch ist Demenz keine typische Alterserscheinung, sondern eine langsam fortschreitende Erkrankung. Arzneimittel können den Krankheitsverlauf nur bremsen und die psychischen Symptome mildern. Eine Heilung ist bislang nicht möglich.

Da Menschen in den Industrienationen immer älter werden, nehmen auch Demenzerkrankungen zu. Mit 90 Jahren ist statistisch gesehen jeder Zweite dement. In Deutschland leiden zurzeit etwa 1,1 Millionen Menschen unter Demenz. Bis zum Jahr 2050 prognostiziert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft einen Anstieg auf etwa 2,6 Millionen Erkrankte. Diese Entwicklung betrifft nicht nur jeden einzelnen Patienten und seine Angehörigen, sie bedeutet auch eine immense Herausforderung für die ganze Gesellschaft und die in Gesundheitsberufen Tätigen.
PTA und Apotheker sind auf vielerlei Weise mit dem Thema konfrontiert, zum Beispiel wenn ­Menschen mit beginnender Demenz nach einem Mittel zur Konzentrationsförderung fragen, wenn Kunden über die Pflege eines dementen Angehörigen berichten oder wenn die Apotheke die Bewohner eines Altenheims mit Me­dikamenten, also auch mit Anti­dementiva, versorgt.
Erst kleine Veränderungen
Demenz entsteht in der Folge degenerativer pathologischer Prozesse im Gehirn. Die langsam eintretenden Einschränkungen betreffen das Denken, die Lernfähigkeit, die Sprache, das ­Gedächtnis, die Orientierung und das Urteilsvermögen. Die meisten Betroffenen überspielen die ersten Symp­tome und allenfalls die Angehörigen bemerken die Veränderungen.

Bei älteren Menschen gruppieren sie diese zunächst in die Kategorie »Altersvergesslichkeit« ein. Wenn die Krankheit ­fortschreitet, kommt es zu einem Verlust der emotionalen und sozialen Kompetenz. Ab diesem Stadium können Betroffene ihren Alltag nicht mehr bewältigen und auch das Zusammenleben mit Angehörigen wird immer schwieriger.
Die Diagnose ­»Demenz« gilt laut ICD-10 (International Code of Diseases) als gesichert, wenn neben Gedächtnisstörungen mindestens eine weitere kog­nitive Störung vorliegt, beispielsweise Orientierungsprobleme oder Sprachstörungen, und die Symptome mindestens sechs Monate bestehen.
Verschiedene Formen
Viele Laien setzen Demenz mit Alzheimer gleich. Tatsächlich gibt es jedoch verschiedene Demenzformen, wobei die Alzheimer-Demenz mit 60 Prozent am häufigsten auftritt. Generell werden primäre (hirnorganische) und ­sekundäre (nicht-hirnorganische) Formen unterschieden. Sekundäre Demenzen sind die Folge anderer Krankheiten, beispielsweise eines Gehirn­tumors, einer Depression, Morbus ­Parkinson sowie Gefäß- oder Stoff­wech­sel­erkrankungen. Außerdem können auch Arzneimittel oder Drogen eine sekundäre Demenz hervorrufen.
Zu den Anzeichen einer Lewy-­Körperchen-Demenz zählen gestörte Aufmerksamkeit und Konzentration, Wahnvorstellungen und parkinsonähnliche Symptome. Auf Nervenebene sind als pathologische Marker die sogenannten Lewy-Körperchen, Eiweißstrukturen nachweisbar. Sie lagern sich in den Nervenzellen ab und behindern die Kommunikation unter diesen. Nach Morbus Alzheimer ist sie die zweit­häufigste hirnorganische Demenz älterer Menschen. Sie kann eigenständig, aber auch als Teil einer Parkinson- Erkrankung auftreten.

Franz
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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Sa 11 Aug - 20:53

Tipps, um das Gedächtnis zu unterstützen

Arzttermine, Geburtstage oder andere wichtige Daten in einem Kalender notieren.
Notizzettel gut sichtbar aufhängen oder platzieren.
Die Erinnerungsfunktion des Handys als Hilfe nutzen.
Einen Wochenplaner einsetzen.
Wichtige Dinge immer an feste Orte legen.

Zwischen 4 und 5 Prozent der Über-70-Jährigen und bis zu 15 Prozent der Über-85-Jährigen leiden an vaskulären Demenzen als Folge größerer, aber auch kleinerer Hirn-Infarkte. Die Gedächtnisfunktionen müssen bei vaskulärer Demenz nicht zwingend beeinträchtigt sein. Die Symptome hängen von Lokalisation und Art der Schädigung ab und sind daher nicht ein­heitlich. Häufig ist die Aufmerksamkeit der Patienten gestört, ihre Psychomotorik ist generell verlangsamt und oft kommen depressive Symptome hinzu. Die Therapie der vaskulären Demenz ist völlig anders als die der Alzheimer-­Demenz. Wichtigste Maßnahmen sind bei dieser Erkrankung, den in der Regel erhöhten Blutdruck zu senken und andere gefäßschädigende Faktoren wie Rauchen und hohe Cholesterolspiegel zu reduzieren. Zudem sollen die Patienten regelmäßig körperlich aktiv sein.

Risikofaktoren für Demenz

niedriger Bildungsstand
Rauchen
körperliche Inaktivität
Depression
Bluthochdruck
Diabetes mellitus
Übergewicht

An der frontotemporalen Demenz (FTD) erkranken auch jüngere Menschen. Sie ist auf eine Atrophie im Frontal- und Temporallappen des Gehirns zurückzuführen. Besonders charakteristisch sind sehr früh massive Verhaltensänderungen der Erkrankten, wobei die räum­lichen und visuellen Fähigkeiten intakt bleiben. ­Typisch ist ein Kontrollverlust, zum ­Beispiel in sexueller Hinsicht. Viele FTD-Kranke verlieren jegliche sozialen Kontakte und vernachlässigen sich völlig

Franz
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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Sa 11 Aug - 20:56

Morbus Alzheimer

Trotz intensiver Forschung sind die Ursachen der mit Abstand häufigsten Demenz-Form, der Alzheimer-Demenz, bisher nicht ausreichend aufgeklärt. Nachgewiesen haben Wissenschaftler ein Ungleichgewicht zwischen Produktion und Abbau des Amyloid-beta-Peptids 42 sowie anderer Aβ-Peptide und in deren Folge die Ablagerung von Plaques. Im Frühstadium des Alzheimer ist insbesondere das Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten auffällig. Charakteristisch sind verlangsamte Lernprozesse, Probleme bei der Informa­tionsaufnahme und Erinnerung, zunehmende Schwierigkeiten bei der räumlichen Orientierung sowie beim Sprechen. So fallen dem Patienten gängige Begriffe nicht mehr ein und er muss sie umschreiben.

Positive Effekte auf den Krankheitsverlauf: regelmäßige soziale Kontakte

Mit Fortschreiten der Krankheit bereiten ihm zuvor gut beherrschte Aufgaben, wie Einkaufen, Kochen und Anziehen Probleme. Vertraute Orte und Menschen sind dem Patienten auf einmal fremd. Neben kognitiven Einschränkungen verändert sich bei den meisten Patienten auch die Stimmungslage: Sie werden unruhig, häufig auch aggressiv. Im späteren Stadium finden sich die Betroffenen in ihrem Alltag nicht mehr alleine zurecht. Zudem bereiten ihnen dann schon einfache Abläufe wie Essen und Gehen Schwierigkeiten. In diesem Stadium sind die meisten Patienten bettlägerig und pflegebedürftig.

Sichere Diagnose

Um eine Demenz zu diagnostizieren, führen Ärzte zunächst ein Anamnesegespräch durch. Spezielle Demenz-Tests helfen ihnen, den aktuellen kognitiven Zustand des Patienten fest­zustellen. Mit dem Mini-Mental-Status(MMST)-Test ermitteln sie die Fähigkeiten bezüglich Orientierung, Merkfähigkeit, Sprache und Konzentrationsvermögen. Der Test dient als Hilfsinstrument, die Alzheimer-Demenz entsprechend der erreichten Punktzahl in die drei Schweregrade einzuteilen:
Leichte Alzheimer-Demenz: MMST 20-26 Punkte
Moderate/mittelschwere Alzheimer-Demenz: MMST 10-19 Punkte
Schwere Alzheimer-Demenz: MMST weniger als 10 Punkte

Hilfreich für die Diagnose ist auch der sogenannte Uhrentest, bei dem der Patient eine bestimmte Uhrzeit in einen vorgegebenen Kreis einzeichnen soll. Diese Aufgabe fällt Menschen mit Demenz häufig schwer oder überfordert sie sogar. Mit bildgebenden Verfahren lässt sich besonders im fortgeschrittenen Stadium die Abnahme an Gehirnmasse nachweisen und auch ­vaskuläre Demenz diagnostizieren. Für eine gesicherte Diagnose sollten alle Unter­suchungsergebnisse eng mit den typischen Veränderungen der kognitiven Leistungen korrelieren.

Bekannte Risikofaktoren

Bei der Diagnose Demenz sind die medikamentöse und die psychosoziale Therapie die zentralen Säulen der ­Behandlung. Die neue S3-Leitlinie »Demenzen« vom Januar 2016 fasst die ­aktuellen Therapie-Empfehlungen zusammen. Demenz ist nicht heilbar, dennoch helfen die frühe Diagnose und Behandlung, die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern.

Zunehmende Orientierungsprobleme sind charakteristisch für eine Demenzerkrankung, sodass die Betroffenen immer begleitet werden sollten.

Ziel ist es, die Situation des Patienten zu stabilisieren und die Verschlechterung der kognitiven Leistungen zu verlang­samen. Dadurch soll der Patient so lange wie möglich selbständig in seinem bekannten Umfeld verbleiben können. Grundsätzlich gilt es, frühzeitig bekannte Risikofaktoren (siehe Kasten) zu reduzieren. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass durch einen gesundheitsfördernden Lebensstil die Zahl der Neuerkrankungen in den Ländern der westlichen Welt gesunken ist.

Medikamentöse Therapie

Schwerpunktmäßig verordnen Ärzte bei Alzheimer-Demenz ein klassisches Antidementivum, jeweils individua­lisiert dem Status des Patienten angepasst. Die Arzneimittel können den Krankheitsprozess verlangsamen. Antidementiva sollen die Hirnfunktionen verbessern und die Folgeerscheinungen unterdrücken, die sich aus dem Untergang der Nervenzellen ergeben. In der Leitlinie wird beschrieben, dass durch Antidementiva die Alltagskompetenz länger erhalten bleibt und Verhaltensauffälligkeiten, zum Beispiel Halluzinationen, Aggressionen und ­Depressionen, zunächst gemildert werden. Insgesamt betrachtet ist die Datenlage zu allen Antidementiva jedoch begrenzt.
Bei der Alzheimer-Demenz entsteht in der Hirnrinde ein Mangel an Acetyl­cholin. Die Acetylcholin­esterase(AChE)­-­Hemmer wie Donepezil, Galantamin oder Rivastigmin erhöhen die Konzentration des Acetylcholins im synaptischen Spalt an den Acetylcholin-­Rezeptoren und gleichen so den Mangel etwas aus. Sie sind zugelassen zur Therapie der leichten bis mittel-schweren Alzheimer-Demenz. Es gibt Hin­weise darauf, dass die frühzeitige Behandlung mit einem AChE-Hemmer den Verlauf der Erkrankung verlangsamt. Um einen möglichst großen ­Effekt zu erzielen, steigert der Arzt die Dosierung in Abhängigkeit von der ­Verträglichkeit schrittweise nach Möglichkeit bis zur höchsten zugelassenen Dosis.

Die drei Wirkstoffe unterscheiden sich nicht in ihrer klinischen Wirksamkeit, sodass der Arzt seine Entscheidung für den jeweiligen Wirkstoff von der Verträglichkeit und dem Wechselwirkungsspektrum abhängig macht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Symptome bei Absetzen der Antidementiva nach Langzeitbehandlung wieder verschlechtern können. Die Autoren der Leitlinie empfehlen des­wegen die Weiterbehandlung von Patienten, die das End-Stadium erreicht haben, selbst wenn dies nicht der ­Zulassung entspricht (Off-Label-Use). Zur Behandlung der moderaten bis schweren Alzheimer-Demenz ist Meman­tin zugelassen, ein NMDA- Antagonist mit neuroprotektiver Wirkung. Memantin ­konkurriert mit Glutamat um die Bindungsstelle am Rezeptor und reduziert so die bei Alzheimer-Patienten übermäßigen Glutamateffekte.
Einziges Phytopharmakon
Häufig werden PTA und Apotheker nach pflanzlichen Mitteln zur Konzentrationssteigerung gefragt. Ginkgo ist der einzige Vertreter der Phytopharmaka, der Eingang in die S3-Leitlinie zur Demenz gefunden hat. Laut Leit­linie kann bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz sowie vasku­lärer Demenz der Spezialextrakt Ginkgo biloba EGb 761®️ in Dosierungen von täglich 240 mg »erwogen werden«. Eine weitere Empfehlung zur medikamentösen Behandlung der vaskulären Demenz gibt die S3-Leitlinie nicht. Für die Behandlung der Lewy-Körperchen-Demenz und der frontotemporalen Demenz gibt es bislang keine zugelassene oder ausreichend belegte medikamentöse Therapie.
Die Autoren der Leitlinie verweisen allerdings auf die präventive Wirkung einer gesunden Lebensführung und der Senkung vaskulärer Risikofaktoren.


Zuletzt von Franz am Sa 11 Aug - 21:02 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet

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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Sa 11 Aug - 20:59

Erkennen von dementiellen Symptomen

Hinweise auf eine beginnende Demenzerkrankung bei einem Kunden oder Patienten können sein:
Unfähigkeit, flüssig und zusammenhängend Beschwerden zu schildern und einen Arzneimittelwunsch zu äußern.
Das äußere Erscheinungsbild weist auf Vernachlässigung hin.
Häufige Wiederholungen im Gespräch.
Namens- oder Wortfindungsstörungen.
deutliche Bewegungs­einschränkungen oder motorische Auffälligkeiten.


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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Do 16 Aug - 17:15

Warum Frauen öfter an Migräne leiden

Frauen leiden dreimal so häufig an Migräne wie Männer. Spanische Forscher machen in einer neuen Studie Sexualhormone dafür verantwortlich. Diese könnten einen Gehirnnerv aktivieren, der bei den stechenden Schmerzen eine wichtige Rolle spielt.
Besonders das weibliche Hormon Östrogen könnte die Zellen und Blutgefäße rund um den Gehirnnerv sensibler für Migräneauslöser machen. Dagegen würde das männliche Hormon Testosteron die Migräneauslöser hemmen, berichtete ein Team um Antonio Ferrer Montiel von der Universität Miguel Hernandez in Elche, Spanien, in einer Übersichtsstudie. Darin haben die Forscher die einschlägige Literatur der letzten Jahrzehnte durchforstet und den Status quo der Geschlechterunterschiede bei Migräne ermittelt.

Hormonschwankungen können Migräne auslösen
Der Ausgangspunkt: Bei Frauen im fruchtbaren Alter schwankt der Östrogenspiegel zyklusbedingt - und in dieser Lebensphase sind sie auch besonders anfällig für Migräne. Wie frühere Studien zeigen, ist das Risiko für eine Migräneattacke auch rund um die Menstruation - zwei Tage davor bis drei Tage danach - signifikant höher. In diesem Zeitraum fällt die Konzentration der Eierstockhormone Östrogen und Progesteron ab. Auch hormonelle Verhütungsmittel stehen in Zusammenhang mit einem höheren Migränerisiko, schreiben die Forscher im Review.

Das bestätigt Christian Wöber, Leiter der Kopfschmerzambulanz am AKH Wien und nicht an der Studie beteiligt. Den Zusammenhang zwischen Hormonen und Migräne beobachtet er täglich bei seinen Patientinnen. „Bei Frauen nach der Menopause, wenn der Hormonspiegel konstant niedriger ist, wird die Migräne oft viel weniger. Und auch während der Schwangerschaft, wenn der Östrogenspiegel konstant hoch ist, berichten Patientinnen oft, dass die Migräne viel besser ist. Was die Migräne begünstigt, sind die Schwankungen des Hormonspiegels, also die normalen Verläufe im weiblichen Zyklus“, so Wöber.

Hormone manipulieren Gehirnnerv
Die spanischen Forscher vermuten, dass die Schwankungen im Östrogenspiegel Zellen in einem bestimmten Gehirnnerv, dem Trigeminus, beeinflussen. „Der Trigeminus spielt bei der Vermittlung von Impulsen, die dann die Migräneattacke auslösen, eine ganz zentrale Rolle“, erklärt Wöber. Über den Gehirnnerv kommt es zu einer durch Nervenimpulse vermittelten Entzündung in der Hirnhaut - und diese löst dann den Migränekopfschmerz aus, erklärt der Neurologe.

Die spanischen Forscher leiten in ihrer Übersichtsarbeit ab, dass Sexualhormone die TRP-Kanäle - Ionenkanäle in der Zellwand von Schmerzrezeptoren - rund um den Trigeminus für diese Impulse sensibilisieren und ihn dadurch anfälliger für Migräneattacken machen.

Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse zur Wirkung von Sexualhormonen auf den Trigeminus nur vorläufig sind und auf Tierexperimenten beruhen, die Rolle von Hormonen bei Migräne sei komplex und bedürfe weiterer Forschung. Insbesondere seien klinische Langzeitstudien zum Zusammenhang zwischen menstruellen Hormonen und Migräne notwendig.

Ähnlich schätzt das auch Wöber ein: „Was hinter diesen TRP-Kanälen steckt, bleibt abzuwarten. Aber jegliche Ansätze und Hypothesen, die uns helfen, besser zu verstehen, was bei Migräne abläuft, sind natürlich weiter verfolgenswert.“

Julia Geistberger, science.ORF.at

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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Regenbogenbunt am Do 16 Aug - 20:25

Franz, was mir an deinen Beiträgen zum Thema Demenz fehlt ist der Hinweis darauf, dass sich Bewegung äußerst positiv auswirkt
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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Fr 17 Aug - 7:53

Regenbogenbunt schrieb:Franz, was mir an deinen Beiträgen zum Thema Demenz fehlt ist der Hinweis darauf, dass sich Bewegung äußerst positiv auswirkt
Du hast recht.
Danke für deinen Hinweis.
Bitte auch alle anderen, hier Beitrage bzw. Ergänzungen zu berichten

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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Mo 20 Aug - 19:59

41.000 Infizierte im ersten Halbjahr

Die Zahl der Masernerkrankungen ist in der europäischen Region immens gestiegen. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag in Kopenhagen mitteilte, haben sich im ersten Halbjahr 2018 mehr als 41.000 Kinder und Erwachsene mit Masern infiziert.

Mindestens 37 Todesfälle seien erfasst worden. Im gesamten Jahr 2017 waren in der WHO-Region Europa 23.927 Menschen erkrankt, 2016 waren es 5.273. „Nach der niedrigsten Zahl der Fälle im Jahr 2016 erleben wir einen dramatischen Anstieg von Infektionen und ausgedehnten Ausbrüchen“, sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

Ukraine, aber auch Südeuropa stark betroffen

Sie forderte die 53 Mitgliedsstaaten der WHO-Region auf, umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung der Krankheit zu stoppen. „Gute Gesundheit für alle beginnt mit der Impfung.“

Mehr als die Hälfte der Masernerkrankungen in diesem Jahr seien in der Ukraine aufgetreten (23.000), weil dort im Zuge der Konflikte Routinen für Impfung und Überwachung unterbrochen wurden. Aber auch in Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Russland und Serbien habe es mehr als 1.000 Ansteckungen gegeben, heißt es in dem Bericht. 37 Todesfälle seien auf die Krankheit heuer bereits zurückzuführen, 14 davon in Serbien. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr starben laut WHO 39 Menschen in Europa an Masern.

red, ORF.at/Agenturen20.08.2018

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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Mo 20 Aug - 20:02

Masern

Verdreifachung in Österreich

Das Masernvirus ist sehr ansteckend und verbreitet sich leicht. Um Ausbrüche zu vermeiden, müssten 95 Prozent der Bevölkerung in allen Alters- und sozialen Gruppen geschützt sein, so die WHO weiter - mehr dazu in science.ORF.at.

In Österreich hatte sich die gefährliche Viruserkrankung von 2016 auf 2017 verdreifacht. „Das Jahr 2017 war in ganz Europa geprägt von großen Masernausbrüchen, die sich durch einen massiven Anstieg der Zahl der Masernfälle manifestierten und auch mit Todesfällen assoziiert waren! Leider sieht die Situation 2018 bisher kein bisschen besser aus. Dass heutzutage noch immer Menschen an dieser so leicht durch Impfung vermeidbaren Erkrankung sterben, ist absolut sinnlos, tragisch und nicht akzeptabel“, schrieb die Wiener Virologin Heidemarie Holzmann in der Virusepidemiologischen Information bereits Ende April.

Extrem ansteckend

Die Masern sind mit rund 17 weiteren Übertragungen pro eine Infektion extrem ansteckend. Eine gefürchtete Folge ist eine Gehirnentzündung, die Masern-Enzephalitis, die tödlich oder mit bleibenden Schäden enden kann. Als Spätfolge einer Maserninfektion kann sich außerdem nach Jahren eine sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ausbilden, eine Entzündung der Nervenzellen des Gehirns und des Rückenmarks. Sie führt zum Ausfall von Gehirnfunktionen und schließlich zum Tod - Heilungsmöglichkeiten gibt es dafür bisher keine.

Warum die Masern von manchen Menschen noch immer als „harmlos“ eingeschätzt werden, ist bei den vorhandenen epidemiologischen Zahlen für Mediziner und Medizinerinnen nicht verständlich: Sieben bis neun Prozent der Betroffenen erleiden eine Mittelohrentzündung mit drohenden Gehörschäden als Komplikation, ein bis sechs Prozent eine schwere Lungenentzündung, in einem von 1.000 Fällen tritt eine Gehirnentzündung auf.

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Re: Medizin - Wissenswertes

Beitrag von Franz am Mo 20 Aug - 20:03

Masern

Impfung kostenlos

Etwa ein Viertel der Kinder mit Masern wird in einem Spital aufgenommen. Die Todesrate liegt laut dem Europäischen Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) bei einem Todesfall pro 1.000 Erkrankungen, hieß es beim Österreichischen Impftag.

Die MMR-Impfung (Masern-Mumps-Röteln) ist in Österreich kostenfrei für alle Altersgruppen enthalten und im kostenlosen Kinderimpfprogramm enthalten. Sie besteht aus zwei Impfungen ab dem vollendeten neunten Lebensmonat. Bei der Erstimpfung im ersten Lebensjahr sollte die zweite Impfung nach drei Monaten erfolgen. Bei der Erstimpfung nach dem ersten Lebensjahr sollte die zweite Impfung nach vier Wochen verabreicht werden. Fehlende MMR-Impfungen sollten in jedem Lebensalter nachgeholt werden.

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