Warum die Bibel wörtlich nehmen

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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Padma am Do 3 Jan - 11:06

Vielleicht wäre es gut, bei der Diskussion zu berücksichtigen, ob sich überhaupt ein Unterschied ergibt, wenn man vom Wörtlichen abweicht. Ich meine, nicht nur ein formaler Unterschied, also ob es nun junge Frau oder Jungfrau heisst, oder ob sich damit etwas Wichtiges ändert bezüglich des Glaubens.
Wenn sich tatsächlich etwas ändert, dann sollte man sich gut überlegen,warum man von der wörtlichen Lesart abweicht. Ob einfach aus Bequemlichkeit oder weil es einem besser ins eigene Glaubenskonzept passt usw.

Als Beispiel fällt mir da der Text des Vaterunser ein.
Die Bitte: Und führe ins nicht in Versuchung.

Hier gibt es ja Diskussionen, daraus zu machen: Und führe uns in der Versuchung.
Weil im NT ja auch steht, dass Gott nicht versucht  ...

Aber so etwas will gut durchdacht sein.
Und mir erscheint dieser "Verbesserungsvorschlag" nicht besonders sinnvoll angesichts der Fortsetzung: "Sondern ...." die dann gar nicht mehr dazu passt und ebenfalls umformuliert werden müsste.

Lieber erst einmal versuchen, ob man das nicht auch so verstehen kann, wie es dasteht. Und dann den Menschen erklären, die damit Probleme haben.
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von feli am Do 3 Jan - 12:10

Ja und nein lieber Spacy...es wurde ja vom hebräisch übertragen,und die hätten damals einen Aufstand gemacht,wenn es nicht stimmen würde.
Auch im hebräischen ist es klar,denn sie lebten damals nicht im 21. Jahrhundert,wo die jungen Leute alle miteinander ins Bett hopsen.
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Franz am Do 3 Jan - 19:58

Hi Padma!

Gott versucht nicht, aber Er „prüft“.
Das wird dann dem Menschen zur „Herausforderung“.
Wird diese bestanden, erreicht der Mensch eine höhere geistige Ebene.
Wird diese nicht bestanden, empfindet dies der Mensch als „Versuchung“.
Selbst hohe Heilsgestalten haben nicht alle ihnen gestellte Prüfungen bestanden.
(zB. Noach: indem er sich „betrank“; Josef im Gefängnis)

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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von KiKI am Do 3 Jan - 23:38

Spaceship schrieb:

Trotz alledem gibt es Übersetzungsfehler in den deutschen Bibelübersetzungen. Exclamation

eine Jungfrau wird ein Kind gebären ....

Diese Übersetzung von


Jesaja 7:14
Darum so wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel.


ist völlig Falsch Exclamation

Denn es heißt Wörtlich : "eine junge Frau ....."

Hi Spaceship,
leider falsch!! Hier steht "alma" und diesen Begriff kann man sowohl als junge Frau als auch als Jungfrau übersetzen. In Hohelied 1,3 wird der gleiche Begriff mit Jungfrauen übersetzt
in Jesaja steht "alma". Dieses Wort kann man sowohl als junge Frau als auch als Jungfrau übersetzen. An anderen Stellen z.B Hohelied 1,3 wird er als Jungfrauen übersetzt.

LG
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von KiKI am Fr 4 Jan - 0:02

Padma schrieb:Vielleicht wäre es gut, bei der Diskussion zu berücksichtigen, ob sich überhaupt ein Unterschied ergibt, wenn man vom Wörtlichen abweicht.

Wie wäre es mit Matthäus 5,38ff

Es ist verboten sich schlagen zu lassen. Was meint Jesus hier? Niemals würde er auffordern, ein Gesetz zu übertreten.

Oder die Sache mit dem Leibrock und dem Mantel. Welches Gericht fordert deine Unterwäsche und dann sollst du auch noch deinen Mantel geben?

LG
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Spaceship am Fr 4 Jan - 13:25

Hi Spaceship,
leider falsch!! Hier steht "alma" und diesen Begriff kann man sowohl als junge Frau als auch als Jungfrau übersetzen. In Hohelied 1,3 wird der gleiche Begriff mit Jungfrauen übersetzt
in Jesaja steht "alma". Dieses Wort kann man sowohl als junge Frau als auch als Jungfrau übersetzen. An anderen Stellen z.B Hohelied 1,3 wird er als Jungfrauen übersetzt.
LG KiKi



Danke KiKi für die Erklärung .

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Lg Space
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Franz am Fr 4 Jan - 17:23

Es kommt also glaubenstechnisch darauf an, ob man in Maria eine junge Frau mit normaler weltlicher jüdischer Geschichte sieht (Judentum), oder ob man in der Heiligen Maria die immerwährende Jungfrau sieht, in der die II. Göttliche Person Fleisch angenommen hat, das frei von Erbsünde war ( Klassik des Christentums).

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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Spaceship am Fr 4 Jan - 18:06

Na ja Franz ,

Immerwährend Question

Immerhin hatte Jesus Schwestern und
Brüder. Jakobus war z.b. ein Leiblicher
Bruder von Jesus.....
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Franz am Fr 4 Jan - 19:30

Spaceship schrieb:Na ja Franz ,

Immerwährend Question

Immerhin hatte Jesus Schwestern und
Brüder. Jakobus war z.b. ein Leiblicher
Bruder von Jesus.....

Lieber Spaceship!

Brüder und Schwestern Jesu‘ sind laut Klassik des Christentums „Verwandte“.
Dafür gibt es andere Beispiele in der Hl.Schrift.

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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

Beitrag von Franz am Sa 5 Jan - 22:18

Die Bibel, ein Vergleich mit einem Diaprojektor

Die Bibel, das interessanteste Buch der Weltliteratur, kann mit einem Diaprojektor verglichen werden.
Wie geht das ?
Der Diaprojektor, wenn er noch nicht die richtige "Bild-Schärfe" hat, zeigt zunächst nur "schattenhafte Umrisse" eines Bildes.
Stellt man den Projektor so nach und nach schärfer,
so erscheinen zunächst Wolken, dann eine Landschaft, dann ein Baum, ein Mensch und zuletzt erkenne ich mich selbst auf dem Bild.
So ist es auch mit der Bibel:
Ein Anfänger des Bibellesens erkennt nur Bruchstücke,
unscharfe Bilder,
und je mehr man sich vertieft in der Bibel,
umso heller wird so mancher Text.
Dabei kommt es oft nicht einmal so sehr auf das Verstehen von einzelnen Begebenheiten, sondern auf den großen Zusammenhang an.
Gott ist der "Mitgehende Gott".
Gott "wendet sich dem Menschen zu".
Gott spricht zu Mose im Dornbusch.
Gott läßt das Leid, das moralisch Böse zu,
aber Gott lehrt auch, daß Er bei allen, die Ihn lieben, alles zum Guten führen wird.
Gott "hilft aufstehen", Gott läßt die Aufforderung erkennen: "Auf, laßt uns gehen".
Gott nimmt uns in Seine Arme, Gott ist uns nahe,
Gott führt uns mit Seiner Liebe durch die Zeiten.
Der Schöpfungsbericht, die Geschichte der Urväter,
die Versklavung in Ägypten, das Herausführen aus dem Sklavenhaus durch Gott mittels Seines Dieners Mose,
die Geleitung in das gelobte Land,
die Führung durch Richter und Könige, wie David und Salomo, die Zerstörung des Tempels und Verschleppung des Volkes nach Babylon, die Mahnungen Gottes durch die Propheten, das Ringen des Menschen mit Gott in den Psalmen und im Buch Ijob, die schrittweise immer größer werdende Erkenntnis des Menschen über Gott durch die Jahrhunderte hinweg, das immer klarer werdende Bild Gottes mit den Menschen, all diese Stationen der Erkenntnisse des Menschen über Gottes Wahrheiten sind vergleichbar mit dem "Schärferwerden des Diaprojektor-Bildes".
Wenn man auch einzelne Geschichten nicht gleich verstehen mag, im Laufe der Zeit öffnet sich oft ein ganz neuer Horizont an Erkenntnissen.
Daher ist die Bibel das spannendste Buch der Weltliteratur.

Vgl.
1 Kor 13,12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

Gott offenbart sich in "Schritten",
gleichsam wie die "Stufen der Leiter zum Himmel"
Denke dabei an HL. Jakob, HL. Benedikt und HL.Johannes, die dies begriffen haben und, die
( beiden Letztgenannten ) dies niedergeschrieben haben.

Im Gebet versetze ich mich nach Betlehem, nach Kana, nach Jerusalem, nach Getsemani, auf den Ölberg, und unter das Kreuz, um die Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen besser verstehen zu können !.

Kommentar zu Bibelexegese : Benedikt XVI
vgl. Ansprache Benedikt XVI. Februar 2007 vor Priestern : Diözese Roma / Benedikt XVI/Text

Lesen der Heiligen Schrift in ihrer Einheit und Ganzheitlichkeit zu sein. Die einzelnen Teile sind Teile eines Weges, und nur wenn wir sie in ihrer Ganzheitlichkeit als einen einzigen Weg sehen, wo ein Teil den anderen erklärt, können wir das verstehen.
Bleiben wir zum Beispiel beim Buch Kohelet. Dem ging das Weisheitswort voraus, wonach wer gut ist, auch gut lebt. Das heißt: Gott belohnt den, der gut ist.
Und dann kommt Ijob, und man sieht, daß es nicht so ist und daß gerade der, der in rechter Weise lebt, mehr leidet. Er scheint von Gott vergessen worden zu sein.
Dann kommen die Psalmen jener Zeit, wo es heißt: Aber was tust du, Gott? Die Gottlosen, die Hochmütigen leben gut, sie sind fett, sie nähren sich reichlich und lachen über uns und sagen: Aber wo ist Gott? Er kümmert sich nicht um uns, und wir sind verkauft worden wie die Schafe, die geschlachtet werden sollen. Was machst du mit uns, warum ist das so? Es kommt der Augenblick, wo Kohelet sagt: Aber wo bleibt am Ende alle diese Weisheit? Es ist ein fast existentialistisches Buch, in dem festgestellt wird: Alles ist vergeblich.
Dieser erste Weg verliert nichts von seinem Wert, sondern öffnet sich der neuen Perspektive, die am Ende zum Kreuz Christi führt, der »der Heilige Gottes« ist, wie Petrus im 6. Kapitel des Johannesevangeliums sagt. Der Weg endet mit dem Kreuz. Und gerade auf diese Weise zeigt sich die Weisheit Gottes, die uns dann der hl. Paulus beschreiben wird. Also nur wenn wir alles als einen einzigen Weg nehmen, den wir Schritt für Schritt gehen, und die Heilige Schrift in ihrer Einheit zu lesen lernen, können wir tatsächlich den Zugang zur Schönheit und zum Reichtum der Heiligen Schrift finden. Es gilt daher: Alles lesen, aber immer die Gesamtheit der Heiligen Schrift berücksichtigen, wo ein Teil den anderen, ein Schritt des Weges den anderen erklärt. Was diesen Punkt betrifft, kann die moderne Exegese sehr hilfreich sein.
Nehmen wir zum Beispiel das Buch des Propheten Jesaja: Die Exegeten entdeckten, daß das Buch ab dem 40. Kapitel einen anderen Verfasser hat – den Deutero-Jesaja, wie man damals sagte. Für die katholische Theologie war das ein Augenblick großen Schreckens. Manche dachten, daß man auf diese Weise Jesaja zerstöre und am Ende die Vision vom Gottesknecht, im 53. Kapitel, nicht mehr eine Vision des Jesajas war, der 800 Jahre vor Christus gelebt hatte. Was sollen wir tun?, fragte man sich. Nun haben wir begriffen, daß das ganze Buch ein Weg von immer neuen Auslegungen ist, wo man immer mehr in das zu Beginn vorgegebene Geheimnis eintritt und alles, was von Anfang an vorhanden, aber noch verschlossen war, sich einem immer mehr eröffnet.
Wir können hier an einem Buch den ganzen Weg der Heiligen Schrift verstehen, der ein ständiges Wiederlesen, ein besseres und neues Verstehen des früher Gesagten ist.

Franz
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Re: Warum die Bibel wörtlich nehmen

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