Der Tod im Topf

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Der Tod im Topf

Beitrag von DenkTroll am Mi 31 Okt - 8:19

Liebe Forengemeinde,

ich sehe heute bei Wikipedia den kuriosen Eintrag "Der Tod im Topf", klicke darauf, und sehe eine Bibelgeschichte, die mir noch nicht bekannt war. Deshalb möchte ich das mit euch teilen. Meine Bitte ist nur, dass ihr das nicht zuhause kocht. ;-)

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Hier in Luthers Übersetzung:
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2. Könige 4 schrieb:38 Als aber Elisa wieder nach Gilgal kam, war Hungersnot im Lande. Und als die Prophetenjünger vor ihm saßen, sprach er zu seinem Diener: Setze einen großen Topf auf und koche ein Gemüse für die Prophetenjünger!
39 Da ging einer aufs Feld, um Kraut zu sammeln, und fand ein Rankengewächs und pflückte sein Kleid voll mit wilden Gurken. Und als er kam, schnitt er's in den Topf zum Gemüse – sie kannten's aber nicht –
40 und legte es den Männern zum Essen vor. Als sie nun von dem Gemüse aßen, schrien sie und sprachen: O Mann Gottes, der Tod im Topf! Denn sie konnten's nicht essen.
41 Er aber sprach: Bringt Mehl her! Und er tat's in den Topf und sprach: Lege es den Leuten vor, dass sie essen! Da war nichts Böses mehr in dem Topf.
42 Es kam aber ein Mann von Baal-Schalischa und brachte dem Mann Gottes Erstlingsbrot, nämlich zwanzig Gerstenbrote, und neues Getreide in seinem Beutel. Er aber sprach: Gib's den Leuten, dass sie essen!
43 Sein Diener sprach: Wie soll ich davon hundert Mann geben? Er sprach: Gib den Leuten, dass sie essen! Denn so spricht der HERR: Man wird essen und es wird noch übrig bleiben.
44 Und er legte es ihnen vor, dass sie aßen; und es blieb noch übrig nach dem Wort des HERRN.

Nun wäre natürlich interessant, welche Kräuter das waren, aber das wird nicht genau erwähnt. Wir wissen nur, dass da wilde Gurken und Gemüse im Topf waren - ein Eintopf also?

Einen hoffentlich genießbareren Tag wünscht
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Re: Der Tod im Topf

Beitrag von Pete am Mi 31 Okt - 13:32

Hi Trolli
Vielen Dank für diese Stelle. Ist ja hoch interessant. Ausserdem ist das ein Vorläufer der Speisung der 5000.....
Ueber solches liest man in der Fülle der Geschichten gerne hinweg. Aber so, herausgehoben ist es prima.
Es grüsst Pete, immer wieder fasziniert
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Re: Der Tod im Topf

Beitrag von Rolf am Mi 31 Okt - 18:23

Was der Diener da in den Topf tat, waren Koloquinten, Bitterkürbisse:
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Einer - nicht der Siener Elisas - von den Jungpropheten ging aufs Feld und pflückte, wohl aus Unkenntnis, jene Koloquinten. Nun sschreien die anderen aber nicht "Gallenbitter! oder "ein Abführmittel", sondern sie schreien "der Tod im Topf!". Das haben wir ernst zu nehmen: Die Jungpropheten sollen zu essen bekommen (nota bene: während einer Jungersnot), aber was ihnen vorgesetzt wird, ist der Tod im Topf. Ohne den Gottesmann Elisa geschieht genau das, was mit der Ernährung verhindert werden soll; der Tod.
Das hinzufügen von Mehl war damals wahrscheinlich ein bekanntes Gegenmittel, da fragt man sich natürlich, warum die Prophetenjünger es nicht getan haben. Doch in dieser Erzählung ist es der Gottesmann, der es tut. Er verroichtet keine Mirakelstücke, sondern tut das Naheloiegende. Er tut das Naheliegende, weil es eben so ist, dass in israel immer wieder die Prophten das Naheliegende tun müssen, weil das eben den interessen jener, die es tun müssten, nicht entspricht.

Übrogens wird der zweite Teil der Geschichte mit der Speisung der 5000 bei Johannes zusammengebunden; der ist nämlich der einzige, der fünf Gerstenbrote erwähnt, die ein Knabe bei sich hatte.

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Re: Der Tod im Topf

Beitrag von DenkTroll am Do 1 Nov - 12:48

Mauerblümchen schreibt dazu (per E-Mail an mich):

Mauerblümchen schrieb:Das mit dem Mehl kann ich etwas erklären. Mehl im Essen kann Geschmäcker an sich binden, zum Beispiel, wenn etwas zu salzig oder zu scharf ist, wird es mit Mehl bekömmlicher, weil Mehl Stärke enthält und eben bindet. Das Gleiche gilt auch für Mais oder Kartoffeln aber die hatten die damals wahrscheinlich noch nicht.
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