Christen und die Thora

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Christen und die Thora

Beitrag von HeinzB am Sa 14 Jul 2018 - 22:31

Was ist die "Thora" eigentlich ?

Wir wissen das die Thora alle 5 Bücher Mose beinhaltet.
Sie ist eine Art "Verfassung" des Staates Israel.
Bevor Mose die Thora niederschrieb, war aus der Abrahamitschen Familie in 400 Jahren Sklaverei ein Volk geworden.
Die Nachkommen der 12 Söhne Jakobs bildeten jedoch eher eine Familienkaste denn ein Volk.
Zu einem Volk musste er erst geformt werden.
Und natürlich braucht ein Volk ein Gesetz, eine Verfassung, die es zusammenhält.
Und ein Volk braucht auch jemanden der die Einhaltung der Verfassung und ihrer Gesetze beaufsichtigt.
Als erstes also erwies sich Gott selbst als der einzig wahre Gott, den es gibt, und der seinen Bund mit Abraham erfüllte,
indem er die Hebräer aus der Sklaverei befreite.
Er führte sie zu einem von ihm explizit erwählten und geheiligten Ort, an dem er nun durch Mose die Gesetze,
welche für das Volk Israel gelten sollten. niederschreiben ließ.
Alle anderen Völker, wie die Ägypter, die Kanaaniter und so weiter, hatten ihre Gesetze die ihr Volk bestimmte.
Nun also hatte auch Israel eine Verfassung, und war damit nun auch nicht länger nur ein Verbund aus Familienkasten, aus Stämmen,
sondern ein geeintes Volk mit eigener Verfassung. Sein Staatsoberhaupt war Gott, der das Volk durch seine Propheten leitete.

Die Thora galt dem Volk Israel.
Doch wissen wir das das Volk die Thora schon früh, und immer wieder durch alle Zeiten nicht erfüllte.
Die nach den Propheten aufkommenden geistigen Führer Israels pickten sich aus der Thora, was ihnen gefiel, heraus.
Anderes ergänzten sie mit einer Reihe unsinniger Vorschriften.
Als Jesus ihnen entgegentrat und ihnen vorlebte, wie die Thora zu halten ist, sagte er:
Matthäus 5, 17 (Schlachter 2000):
"Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen.
Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen!"

Jesus ist die Erfüllung der Thora, und das in zweierlei Hinsicht:
1.): Jesus das Gesetz beachtet. Auch wenn ihm die Pharisaer manchmal unterschieben wollten, dass er das Gesetz nicht erfüllen würde.

2.) Jesus hat die ebenso wie die Gesetze der Thora und der ihn ihnen festgeschriebenen Festlichkeiten, erfüllt.
Mit Blick auf das Werk am Kreuz war es auf einmal klar, warum es so angeordnet worden war:
So heisst es in Hebräer 4, 10:
"...denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken, gleichwie Gott von den seinen."
Hier ist das zur Ruhekommen von den Gesetzeswerken gemeint.
Der Mensch wird durch das Werk Jesu aus Gnaden gerechtfertigt und nicht durch die Werke des Gesetzes.
Dies bedeutet nichts anderes, als das wir FREIWILLIG tun, was das Gesetz in dem einen oder anderen Punkt und sagt,
aber nicht, weil es Heilsnotwendig wäre, denn das ist es nicht.
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von Pete am So 15 Jul 2018 - 10:08

Moin Heinz
Ich sehe das genauso wie Du. Es steht doch klar geschrieben:

Galater Kapitel 3:
1 O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte? 2 Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? 3 Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch vollenden? 4 Habt ihr denn so vieles vergeblich erfahren? Wenn es denn vergeblich war!
10 Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5. Mose 27,26): »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!« 11 Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben leben« (Habakuk 2,4). 12 Das Gesetz aber ist nicht »aus Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben« (3. Mose 18,5). 13 Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes.

Klarer kann man es nicht schreiben.
Es grüsst Pete, frei vom alttestamentlich Gesetz durch Jesus Christus
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von Franz am So 15 Jul 2018 - 17:32

Hi Beisammen!

Bin Christ und studiere seit 2012 die Thora.
Nehme wöchentlich an Internet Schiurim Teil.
Habe viele Aspekte der Jüdischen Exegese  dazugelernt.
Die Thora ist primär für das Auserwählte Volk geschrieben, daher muss man sich als Christ bemühen, was die Thora dem Auserwählten Volk sagen will - und damit auch uns.
Natürlich muss man sich dabei ins Hebräische einlesen, Fachausdrücke lernen und sich ständig weiterbilden,
Die Thora ist sehr wichtig für uns Christen, um Texte im Ersten Testament zu verstehen.
Und Benedikt XVI. sagt wie die Jüdischen Weisen (Mainstream) : der Messias IST die Thora.
vgl. Mischpatim: entspricht Kol 1,12ff und Schma Israel : entspricht Mk 12,29.30
Wenn das keine Brücke ist!
Wenn das nicht eine gute Übereinstimmung ist!
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von HeinzB am So 15 Jul 2018 - 19:31

Kolosser 1, 12
"Mit Freuden 12 sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht. 13 Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines geliebten Sohnes, 14 in dem wir die Erlösung haben, nämlich die Vergebung der Sünden."
Dieser Brief richtet sich an eine Gemeinde in Griechenland.
An sogenannte "Heiden-Christen".

Markus 12, 28 - 31
Und es trat zu ihm einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte,
wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte,
fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen?
Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das:
"Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft« (5. Mose 6,4-5).
Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Ja, Meister, du hast recht geredet!
Er ist einer, und ist kein anderer außer ihm;
und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft,
und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.
Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm:
Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen."

Jetzt möchte ich von dir Franz erklärt haben, warukm ich, um diese Verse in ihrer klaren Aussage verstehen zu können, mich ins Hebräische einlesen muss, Fachausdrücke - welche hier nirgends vorkommen - lernen und mich ständig weiterbilden muss.
Das ist totaler Nonsens.
Und aus den von die aufgeführten Versen lässt sich nicht ableiten, das Jesus die Thora ist.
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von Adam am So 15 Jul 2018 - 20:08

HeinzB schrieb:..... das Jesus die Thora ist.

Hi Heinz. da die Thora an sich, oder auch der Pentateuch (wie ich es gelernt bekommen habe) aus den Geboten und Gesetzen innerhalb der fünf Bücher Moses besteht... und Jesus Christus selbst als die Erfüllung jener Gesetze an sich angesehen werden kann und von vielen auch so verstanden wird, könnte man schon sagen - mit entsprechenden Bedacht - das Jesus Christus, (nicht der Mensch Jesus alleine) die Thora "darstellt, symbolisiert. In ihm ist die Fülle der Weisungen und Gebote Gottes zu finden....

Für uns Christen jedoch bedeutet dies konkret: Du kannst nun hergehen, und jene etwa 600 Gesetze aus der Thora lernen, diese also gründlich studieren, und somit aber zugleich auch ihre Interpretationen - was dann allerdings eigentlich unmöglich ist, weil selbst die Juden sich da niemals einig sind in verschiedenen Aussagen....

Du kannst aber auch schlicht und einfach das Leben Christi studieren, also all das, was über ihn geschrieben wurde, und von ihm selbst gesagt wurde, und somit hast du dann letztendlich die leibhaftige personale Übersetzung und Interpretation der Thora in Christus, Jesus. Denn er selbst lebte die Gesetze vor , wiewohl er sich demzufolge auch an sie hielt, ohne sie jedoch buchstäblich jedem unter die Nase zu reiben.

Statt dessen bot uns Christus einen vollkommen anderen Weg an, jene "Thora", jenen Pentateuch, aufnehmen zu können, nämlich mittels der alles beinhaltenden Liebe; Denn wenn du diese im Herzen hast und danach lebst, sie lebst, sie "veräußerst", dann hast du den Pentateuch in dir, dann hast du das Gesetz in dir, dann hast du Jesus Christus in dir.....

Denn jemand, der zwar die Thora beherrscht, also alle 600 Gesetze von sich geben kann, muss nicht die Gesetze in sich haben und sie deshalb leben. Denn leben tust du sie nur mittels der Nächstenliebe und Gottesliebe, respektive durch Jesus Christus in dir

Gruß
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von Franz am So 15 Jul 2018 - 20:26

Hi Adam!

Zu betonen ist, dass es die schriftliche und die mündliche Thora gibt.
Laut Jüdischer Weisen gehören beide untrennbar zusammen.
Ohne mündliche Thora kann man die schriftliche Thora nicht ausreichend verstehen.
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von HeinzB am So 15 Jul 2018 - 20:48

Also gibt es zwei, Franz?
Dann lass dir sagen, die schriftliche reicht völlig aus,
wenn sie, wie es Adam schrieb, verinnerlicht wird.
Dies geht aber nur durch das Wirken den Heiligen Geistes.
Dies ist auch der Grund, warum wir mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Und dieser lehrt uns alles.
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von Franz am So 15 Jul 2018 - 21:01

HeinzB schrieb:Also gibt es zwei, Franz?
Dann lass dir sagen, die schriftliche reicht völlig aus,
wenn sie, wie es Adam schrieb, verinnerlicht wird.
Dies geht aber nur durch das Wirken den Heiligen Geistes.
Dies ist auch der Grund, warum wir mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Und dieser lehrt uns alles.

Lieber HeinzB !

Du bist ein lieber Mann,
aber ein Theologe bist du nicht !
Und in entsprechenden theologischen  Fragen würde ich mich nicht gern an dich wenden!
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von HeinzB am So 15 Jul 2018 - 22:29

In der Theologie, welche ich studiert habe, gibt es keine "mündliche und schriftliche" Thora, Franz. Es gibt unterschiedliche Theologien, und in meiner finden deine Aussagen keine Bestätigung.
Ich bin gern bereit zu lernen, aber nicht wenn jemand behauptet, man müsse hebräisch lernen um die Thora zu verstehen, denn das ist schlicht nicht wahr.
Das Wort Gottes wurde für alle Nationen verfasst.
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Re: Christen und die Thora

Beitrag von Franz am Mo 16 Jul 2018 - 2:40

HeinzB schrieb:In der Theologie, welche ich studiert habe, gibt es keine "mündliche und schriftliche" Thora, Franz. Es gibt unterschiedliche Theologien, und in meiner finden deine Aussagen keine Bestätigung.
Ich bin gern bereit zu lernen, aber nicht wenn jemand behauptet, man müsse hebräisch lernen um die Thora zu verstehen, denn das ist schlicht nicht wahr.
Das Wort Gottes wurde für alle Nationen verfasst.

Man muss nicht gleich Hebräisch lernen, aber sollte versuchen, die jüdische Exegese zu verstehen, denn die primären Adressaten für die Thora sind die Juden.
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